Colt nimmt das Sturmgewehr AR-15 vom US-Markt | Aktuell Amerika | DW

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Bei einigen der verheerendsten Amokläufen der US-Geschichte waren halbautomatische Waffen im Spiel. 2012 an der Sandy-Hook-Grundschule in Newton im Bundesstaat Connecticut mit 26 Toten ebenso, wie bei dem Blutbad an einer High School in Parkland im Bundesstaat Florida im vergangenen Jahr, bei dem 17 Menschen starben. Und jedes Mal diskutierte die amerikanische Öffentlichkeit zunehmend hitzig über die Frage, ob solche Kriegswaffen weiterhin in private Hände gehören.

Nun soll das AR-15 des legendären US-Waffenherstellers Colt nicht länger produziert werden. Doch als Grund dafür verwies der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Dennis Veilleux, ausdrücklich auf wirtschaftliche Erwägungen. Es gebe eine “Überkapazität” auf dem Markt für moderne Sportwaffen. Man werde weiterhin Sturmgewehre für das US-Militär und die Strafverfolgungsbehörden herstellen.

Synonym für eine ganze Waffengattung

Colt-Chef Veilleux ging in seiner Erklärung nicht auf die Rolle von halbautomatischen Gewehren bei den schlimmsten Massenmorden der US-Kriminalgeschichte ein. Sein Unternehmen stehe weiter hinter dem Zweiten Zusatzartikel (Second Amendment) der US-Verfassung, in dem das Recht auf Waffenbesitz festgelegt ist. Das Geschäft mit Pistolen und Revolvern werde weiter ausgebaut, bekräftigte Veilleux.

Colt hatte als erster US-Hersteller eine halbautomatische Waffe auf Basis des vom Militär genutzten M-13-Gewehrs auf den zivilen Markt gebracht. Der Modellname AR-15 hat sich inzwischen als Oberbegriff für diese Art von Gewehren durchgesetzt, die bei Jägern und Waffennarren in den USA beliebt sind.

Das Parkland-Massaker hatte die bislang größten Proteste gegen die US-Waffengesetze ausgelöst

“Meine AR wartet auf Dich”

So konnte vergangene Woche auch ein Tweet des texanischen Regionalabgeordneten Briscoe Cain kaum missverstanden werden: “Meine AR wartet auf Dich”, schrieb der republikanische Politiker an die Adresse des US-Präsidentschaftsbewerbers Beto O’Rourke. Dieser hatte in einer TV-Debatte dafür plädiert, in Privatbesitz befindliche Sturmgewehre zu konfiszieren: “Verdammt nochmal, ja. Wir werden Eure AR-15 und Eure AK-47 wegnehmen. Wir werden nicht zulassen, dass sie weiterhin gegen unsere amerikanischen Mitbürger eingesetzt werden”, sagte er.

O’Rourke stammt aus der texanischen Grenzstadt El Paso, wo im August ein mutmaßlich rassistisch motivierter Angreifer 22 Menschen in einem Einkaufszentrum mit einem Sturmgewehr erschossen hatte.

rb/se (afp, ap, dpa)





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